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Trigeminusneuralgie – evidenzbasierte Therapie nach Leitlinie (EBM)

Trigeminusneuralgie – evidenzbasierte Therapie nach Leitlinie (EBM)

Stand: Dezember 2025
Leitlinienbasis: S2k-/S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Trigeminusneuralgie“ (AWMF-Registernr. 030-016, Aktualisierung 2024)
Transparenz: Fachinformation für Patientinnen und Patienten. Keine individuelle Diagnose oder Therapieempfehlung. Ärztlich endkontrolliert.

1) Einordnung: Was ist eine Trigeminusneuralgie?

Die Trigeminusneuralgie ist eine seltene, aber hochbelastende neurologische Schmerzerkrankung
mit plötzlich einschießenden, extrem starken, elektrisierenden Gesichtsschmerzen.
Aufgrund der Intensität und typischen Trigger (Sprechen, Kauen, Berührung) ist eine
leitliniengerechte neurologische Abklärung zwingend erforderlich.

2) Evidenzbasierter Goldstandard: Stufentherapie nach Leitlinie

Die AWMF-Leitlinie empfiehlt eine klar gestufte pharmakologische Therapie.
Ziel ist eine rasche, effektive Schmerzkontrolle bei möglichst guter Verträglichkeit.

Leitlinienbasierte Therapiestufen (Übersicht)

Stufe Therapie / Wirkstoff Anwendung & Hinweise
1. Wahl Carbamazepin Mittel der Wahl; einziges regulär zugelassenes Medikament für Trigeminusneuralgie
(neben Phenytoin). Sehr gute Evidenz, regelmäßige Laborkontrollen erforderlich.
Oxcarbazepin Vergleichbare Wirksamkeit wie Carbamazepin, häufig besser verträglich;
in Deutschland/Österreich off-label.
2. Wahl Gabapentin / Pregabalin Oft als Add-on oder bei Unverträglichkeit der 1. Wahl; Evidenz aus mindestens einer RCT.
Lamotrigin Gute Alternative; erfordert eine sehr langsame Aufdosierung (Hautreaktionen beachten).
OnabotulinumtoxinA Lokale Injektionen; Wirksamkeit gut belegt, meist bei therapierefraktären Verläufen
(off-label).
Baclofen Häufig als Kombinationspartner eingesetzt, insbesondere bei Teilansprechen.
Phenytoin Zugelassen für schwere Fälle; aufgrund von Nebenwirkungen v. a. für die Akuttherapie
(i.v.) geeignet.
Lidocain (nasal/oral) Kurzfristige Linderung bei akuten Schmerzattacken; keine Dauerlösung.
3. Wahl Lacosamid Alternative bei akuten Exazerbationen (i.v.) oder als Langzeittherapie (p.o.).
Misoprostol Spezielle Option bei Trigeminusneuralgie im Rahmen einer Multiplen Sklerose.
Topiramat Weitere Option, insbesondere bei MS-assoziierter Trigeminusneuralgie untersucht.
Capsaicin-Creme Lokale Anwendung im Schmerzareal; Evidenz begrenzt, rein ergänzend.

3) Akupunktur: evidenzbasierte Einordnung

Akupunktur ist kein Bestandteil des leitlinienbasierten Goldstandards
bei Trigeminusneuralgie. Die verfügbare Evidenz ist begrenzt und heterogen.

Sie kann im ärztlich begleiteten Einzelfall ergänzend erwogen werden,
z. B. bei begleitenden myofaszialen Schmerzen, Stressmodulation oder wenn
leitliniengerechte Therapien nicht ausreichend vertragen werden.

Wichtig: Akupunktur ersetzt keine leitliniengerechte Diagnostik
oder medikamentöse Therapie.


Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt
keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Therapieentscheidung.

Transparenz (QM): Leitlinienorientiert gemäß AWMF 030-016.
Redaktionell erstellt, ggf. KI-unterstützt; medizinische Endkontrolle und Freigabe
durch den verantwortlichen Arzt.

Original-Leitlinie:

AWMF-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Trigeminusneuralgie“ (Registernr. 030-016)