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Endometriose – evidenzbasierte Therapie nach Leitlinien (EBM)

Endometriose – evidenzbasierte Therapie nach Leitlinien (EBM)

Stand: Dezember 2025
Leitlinienbasis: AWMF-S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Endometriose“ (Registernr. 015-045)
Transparenz: Fachinformation (keine individuelle Diagnose oder Therapie). Ärztlich endkontrolliert.

1) Einleitung: Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine chronische, oft schmerzhafte Erkrankung, bei der
gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter vorkommt.
Sie betrifft schätzungsweise 5–10 % der Frauen im reproduktiven Alter.

Typische Beschwerden sind:

  • Starke Regelschmerzen (Dysmenorrhoe)
  • Chronische Unterbauch- oder Beckenschmerzen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
  • Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen (zyklusabhängig)
  • Unerfüllter Kinderwunsch

2) Leitlinienbasierter Standard: Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt eine strukturierte ärztliche Abklärung, da Endometriose
klinisch sehr unterschiedlich verlaufen kann:

  • Detaillierte Anamnese (Schmerzcharakter, Zyklusbezug, Dauer)
  • Gynäkologische Untersuchung
  • Bildgebung (v. a. transvaginaler Ultraschall)
  • Laparoskopie als Goldstandard zur Sicherung der Diagnose (indikationsabhängig)

Wichtig: Ein unauffälliger Ultraschall schließt Endometriose nicht sicher aus.

3) Evidenzbasierte Therapieoptionen (Goldstandard)

3.1 Medikamentöse Therapie

Die leitlinienbasierte Therapie zielt primär auf Schmerzreduktion und
Verbesserung der Lebensqualität ab.

  • NSAR (z. B. Ibuprofen, Naproxen) zur symptomatischen Schmerztherapie
  • Hormonelle Therapien als Basisbehandlung:
    • Gestagene
    • Kombinierte orale Kontrazeptiva
    • GnRH-Analoga/-Antagonisten (bei ausgewählten Indikationen)

Die Auswahl erfolgt individuell unter Berücksichtigung von Nebenwirkungen,
Kinderwunsch und Begleiterkrankungen.

3.2 Operative Therapie

Eine operative Behandlung kann indiziert sein:

  • bei therapieresistenten Schmerzen
  • bei Organbeteiligung (z. B. Darm, Harnleiter)
  • bei unerfülltem Kinderwunsch (indikationsabhängig)

Die Operation erfolgt in der Regel minimal-invasiv (Laparoskopie) und sollte
in spezialisierten Zentren durchgeführt werden.

4) Akupunktur als ergänzende Option – Einordnung der Evidenz

Akupunktur wird in der Leitlinie als komplementäre Maßnahme erwähnt.
Die aktuelle Evidenzlage zeigt:

  • Hinweise auf Schmerzlinderung in einzelnen Studien
  • Uneinheitliche Ergebnisse im Vergleich zu Scheinakupunktur
  • Insgesamt kleine bis moderate Effekte, abhängig vom Studiendesign

Wichtig: Akupunktur ist kein leitlinienbasierter Goldstandard der Endometriose-Therapie.
Sie kann jedoch als ergänzende Maßnahme erwogen werden:

  • bei Wunsch nach nicht-medikamentösen Zusatzverfahren
  • bei Unverträglichkeit medikamentöser Therapien
  • im Rahmen eines multimodalen ärztlichen Behandlungskonzepts

5) Red Flags: Wann rasch ärztlich abklären?

Eine zeitnahe ärztliche Abklärung ist erforderlich bei:

  • Zunehmenden oder neuartigen Schmerzen
  • Schmerzen außerhalb des Zyklus
  • Verdacht auf Organbeteiligung (z. B. Darm, Harnwege)
  • Kinderwunsch mit ausbleibender Schwangerschaft
  • Unzureichendem Ansprechen auf leitliniengerechte Therapie

6) Ärztliche Einzelfallprüfung

Die Behandlung der Endometriose erfordert stets eine individuelle ärztliche Entscheidung:

  • Abwägung zwischen medikamentöser und operativer Therapie
  • Berücksichtigung von Lebensphase und Kinderwunsch
  • Gezielte Ergänzung komplementärer Maßnahmen (z. B. Akupunktur)

7) Kurzfazit

Die leitlinienbasierte Therapie der Endometriose besteht primär aus
hormoneller Behandlung und – bei Bedarf – operativen Maßnahmen.
Akupunktur kann als ergänzende Option zur Schmerzlinderung erwogen werden,
ersetzt jedoch nicht den evidenzbasierten Standard.
Zentral bleibt die ärztliche Einzelfallprüfung.


Hinweis zur Nutzung:
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung,
Diagnose oder individuelle Therapieentscheidung.

Transparenz (QM):
Leitlinienorientiert (AWMF 015-045). Redaktionell erstellt, ggf. KI-unterstützt;
medizinische Endkontrolle und Freigabe durch den verantwortlichen Arzt.